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Sehenswerter Kirchberg

 

Neue Wander- und Hinweistafel in Unterhaun aufgestellt und enthüllt

Kapellenruine aus dem 8. Jahrhundert

Bericht Hersfelder Zeitung und osthessen-news.de 28.08.2013

 

Foto: Manns (HZ)
Die Wandertafel wird enthüllt von Gerhard Kraft, Elke Künholz, Harald Preßmann und Waldemar Hummel (von links)
 

Wer in Unterhaun über einen der letzten noch verbliebenen beschrankten Bahnübergänge im Landkreis geht, wo Schranken noch von einem Schrankenwärter manuell bedient werden, kommt an einer neuen Wander- und Hinweistafel vorbei.

Dort wird der Wanderer auf eine besondere Sehenswürdigkeit bei Unterhaun hingewiesen, den Kirchberg mit Ruinenresten einer Kapelle. Vermutlich stammt das Bauwerk aus dem 8. oder 10. Jahrhundert und wird als Kreuzkappelle „St. Crucis“ bezeichnet. Bei Grabungen im Jahr 1937 wurden noch Fundamente eines älteren Kapellenbaus freigelegt, der später durch einen größeren Bau teilweise überdeckt wurde.

Wer mehr wissen möchte, sollte sich am neuen Hinweisschild kundig machen. Auf dem Schild finden sich in Kurzform alle wichtigen Informationen zur Ruine und zum Kirchberg.

Zur Enthüllung des Wanderschildes waren jetzt zahlreiche Haunecker Bürger, die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz, Bürgermeister Harald Preßmann, Ortsvorsteher Waldemar Hummel, Pfarrer Andreas Staus und zahlreiche Gemeindepolitiker gekommen, die nach der offiziellen Einweihung auch auf dem 1,5 Kilometer langen Weg zum Kirchberg wanderten. Dort wurde ihnen vom Ersteller des Schildes, Gerhard Kraft, nochmal die Geschichte der Ruine und des Kirchbergs in Kurzform (nachstehend der komplette Bericht)  übermittelt.

Elke Künholz wies in ihren Grußworten darauf hin, dass sie beim „Googlen“ im Internet den Hinweis gefunden habe, dass das Wandern gleich nach dem Lesen bei den Deutschen als beliebteste Freizeitgestaltung an zweiter Stelle stünde. Bürgermeister Harald Preßmann bedankte sich bei allen ehrenamtlichen Helfern und besonders bei Gerhard Kraft.

Nach der Wanderung waren alle Teilnehmer zu Kaffee und Kuchen in der Wohnanlage „Betreutes Wohnen“ am Wendeberg eingeladen

 Vortrag von Gerhard Kraft (Archivar der Gemeinde Hauneck)

 

17.Aug.2013, 13:00 Uhr
Liebe Kirchbergwanderer,
Die heutige kurze Kirchbergwanderung soll neben der Bewegung auch dazu dienen etwas über unsere nähere Umgebung zu erfahren und in Augenschein zu nehmen.
Wir stehen hier auf einem historischen Gelände, dessen Vergangenheit weiter zurückliegt, als es die Kapellenruine St. Crusis oder Kreuzkapelle vermuten lässt.
Wer sich hier umschaut, sieht, dass das Kirchbergareal ein kleines Plateau bildet und einen hervorragenden Blick, wenn es die Bäume zulassen, in das Haune-, Eitra- und Fuldatal bietet.
Nicht nur wegen diesen örtlichen Begebenheiten, spricht alles dafür, dass sich hier eine vorchristliche Kult-, Versammlungs- oder Gerichtsstätte befand. Deshalb will ich mit dem Ursprung dieses Geländes beginnen.
Hier könnte es sich um einen sogenannten Thing- oder Dingplatz gehandelt haben. Thing bedeutet Volks- und Gerichtsversammlung und wurde meist zu festgelegten Zeiten abgehalten. Das Wort Ding ist im heutigen Sprachgebrauch z. B. in Bedingungen, dingfest, dinglich usw. weiterhin erhalten geblieben.
Das Thing fand unter Vorsitz des Stammes- oder Sippenoberhauptes oder einen Hundertschaftsführer, den man Hunni, Hundo oder Hund nannte. Er trug als Zeichen seiner Führerschaft auf seinem Haupt einen Hundekopf.
Die Versammlungen fanden tagsüber unter freien Himmel, z.B. unter der Gerichtslinde oder Eiche oder bei einen anderen Heiligtum statt. Das Wort „Tagung“ rührt daher. Das Thing dauerte drei Tage, wurde durch eine Thingordnung geregelt und zu Beginn wurde der Thingfrieden ausgerufen.
Auch der Name Hund hat sich u.a. auch in unserer Gegend ausgebreitet über Hund oder Hundo, Hune, Hunahe sind wir nun bei der Namensgebung Haune abgekommen. Die Sätze „auf den Hund gekommen“ oder „vor die Hunde gehen“, rührt aus dieser und auch späteren Zeit. Denn die niedere Gerichtsbarkeit mit dem Symbol des Hundes hat sich noch lange gehalten. Vielleicht können wir hier und jetzt scherzhaft sagen, „wir sind auf den Hund gekommen“.
Am ersten Tag, damit die Teilnehmer leichter mit freier Zunge redeten, wurde wahrscheinlich unter starkem Alkoholgenuss gesellschaftliche, politische und militärische Dinge besprochen. Beschlüsse wurden dann erst am nächsten Tag im nüchternen Zustand beschlossen. Es waren nur alle freien Männer eines Gebietes zugelassen und waren verpflichtet, an dieser Versammlung teilzunehmen.
Als eine solcher Kult-, Versammlungs- oder Gerichtsstätte ist ein geheiligter, geographisch markanter Ort, der für die Ausübung von Kulten verwendet wurde. Er war räumlich z.B. durch einen Wall oder Steine abgegrenzt oder war durch seine natürliche Umgebung ein geschützter Bereich. Betrachten wir diesen Platz, so ist er an drei Seiten durch steile Abhänge abgegrenzt, nur hier vorne am Eingangsbereich zugänglich und somit eigentlich ein idealer Ort. In diesem Bereich diente der Thingfrieden.
Wenn man sich den Baumbewuchs wegdenkt, war dieser Ort auch von überall sichtbar.
Als Stammesheiligtum zählten, heilige Berge, Quellen, Felsen, Steine, Stelen oder auch Bäume und Haine. Wobei die meisten in Hainen oder auf Bergen zu finden sind.
Viele der Stätten werden bis zum heutigen Tag genutzt, auch dieser, nur auf andere Weise.
An ihrer Stelle errichtete man dann häufig christliche Bauwerke wie Kapellen, Kirchen oder Siedlungen. Wobei man oft die Stammesheiligtümer mit einbaute. Dabei wurde oft als christliches Symbol das Kreuz mit eingearbeitet. Auch viele Bräuche wurden übernommen, denn ohne diesen hätte man sicherlich keinen Zugang zu den damals hier lebenden Menschen gefunden. Viele Bräuche sind bis in die heutige Zeit erhalten geblieben. Ausgangspunkt der Missionierung hier, war Bonifatius und Sturmius, der als Gründer der Stadt Hersfeld im Jahre 736 gilt.
Weiter war es Lullus der mit der Klostererrichtung in Hersfeld einen weiteren Schritt zur Christianisierung beitrug.
Dabei wird dieser Ort nicht unbemerkt geblieben sein.
Auch hier wurde schließlich eine Kapelle errichtet, die dem Heiligen Kreuz geweiht war. Die Kapelle entstand vermutlich im 8. spätestens 10. Jahrhundert und wurde im Jahr 972 erwähnt.
Solchen ehemaligen Kultstätten begegnet man heute häufig in Verbindung mit Bestattungsplätzen, oder dienen als Grabmal einer politisch-religiös bedeutsamen Personen. Was auch hier der Fall ist.
Unterhaun als Ort bzw. der ehemaligen wüst gewordene Ort Kreuzberg am Fuße dieses Berges, hat mit Sicherheit eine längere Geschichte, als die erste, urkundliche Erwähnung im Jahre 1217. Es ist in unmittelbaren Zusammenhang mit dem heutigen Kirchberg und Kreuzkapelle, zu sehen. Hier haben Historiker und Archäologen sicher noch einiges zu tun.
Für eine vorchristliche Stätte fehlt allerdings der Beweis, da man sich bei den letzten Ausgrabungen ab 1937 auf die Kapellenruine konzentriert hatte und durch die damals noch vorhandenen Grabstätten, eine weitere Grabung nur eingeschränkt möglich war. Auch die nähere Umgebung wurde nach meinen Erkenntnissen, nicht in die Ausgrabungen einbezogen.
Bei den Ausgrabungen fand man u.a. zwei Grabsteine. Ein Grab-Kreuzstein ist in das 14/15. Jahrhundert zu datieren. Der Andere in der Ritzsteintechnik um 1100, dürfte zu den Ältesten in Hessen zählen. Beide sind im Landesmuseum in Kassel untergebracht.
Weiter fand man ein Bruchstück eines Steinkreuzes, was hier vorne auf der Mauer beim Eingang zu sehen ist. Das Steinkreuz ist mit einer sogenannten Haue versehen, was als historisches Müllerzeichen zu deuten ist und nur als den oberen Teil eines Gesamtkreuzes erhalten ist. Prof. Dr. Azzola deutet es so, dass es ein Sühnekreuz für einen umgekommenen Müller aufgestellt wurde. Es soll die Vorübergehenden dazu auffordern für die Seele des Verstorbenen zu beten. Das rückseitige Befestigungsloch einer Stütze deutet darauf hin, dass dieses Kreuz, wahrscheinlich am Wegesrand oder hier am Eingang aufgestellt wurde.
Das vor uns liegende Gelände diente bis 1904 als Begräbnisstätte.
Das sieht man an den noch erhaltenen 50 Grabsteinen, die hier in vier Grabsteingruppen aufgestellt sind. Sie sind Gottseidank erhalten geblieben und bieten einen Blick in die Vergangenheit von Unterhaun.
Einen der noch gut zu lesenden Grabstein möchte ich zeigen und den Text vorlesen:
Hier schlummern die Geschwister Heinrich und Anna Margretha Knoth des hiesigen Schulmeister Johann Knoth et uxor (weiblicher Ehepartner) Dorothea eine geb. Zuschlag, Kinder. Ersterer ruhet rechts, starb am 26.April 1826 und war alt 4 Jahre 11 M. und 5 T. Letztere ruhet links, starb am 22.Juni 1831 und war 14 Jahre 10 M. u. 11 Tage alt.
 
Kommen wir zur Kapellenruine.
Wie bereits gesagt, wurde die Kapelle 972 erwähnt.
Die Kapelle war dem heiligen Kreuz geweiht. Seit 1185 besaß das Kloster Johannesberg das Patronat und wurde dann 1331 von diesem ganz einverleibt.
Die Kapelle gehörte ursprünglich zur Würzburger Diözese und Dekanat zu Geisa bei Rasdorf in Thüringen. „Im Jahre 1217 ist hier von einer Kapelle in Kreuzberg und einem Dorf, das unterhalb des Johannesberges liegt und Kreuzberg heißt“, die Rede.
Es handelt sich also, wie schon erwähnt, um einen wüsten Ort der Kreuzberg heißt und zweifellos seinen Namen von der Kreuzkapelle auf dem Berg erhalten hat.
Im Jahre 1609 wurden noch an der Kapelle oder Kirche noch Bauarbeiten vorgenommen.
Nach dem wüst werden von Kreuzberg im 16. Jahrhundert diente die Kapelle der Gemeinde Unterhaun bis 1738 zur Abhaltung des Gottesdienstes. Grund war die von 1736-1738 erbaute Kirche in Unterhaun, am heutigen Startpunkt unserer kleinen Wanderung.
Somit war die Kreuzkapelle überflüssig geworden.
Im Jahre 1935 durch Fundamentreste aufmerksam geworden begannen 1937 Ausgrabungen und legte dabei die heute zu sehenden Grundmauern frei.
Der tieferliegende Teil mit dem kleeblattförmigen Innenbereich, Konchen genannt, gehört zum älteren Zentralbau der Kapelle und war durch Schutt, Steine und Mörtelreste erst nach den Ausgrabungen sichtbar geworden. Auf alles hatte man wahrscheinlich Fußbodenplatten eingebettet, damit der Innenraum des vergrößerten und neueren Kapellenbereiches eine Fläche bildete.
Über dem Eingang ist ein monolithes Fenster, in einem typischen karolingischen Stil, erhalten. Monolith bedeutet, dass es aus einem Stein gehauenen wurde. Dieses Fenster dürfte aus dem Vorgängerbau stammen.
In östlicher Richtung sind noch weitere Grundmauerreste zu erkennen, die auf einen Erweiterungsbau schließen lassen. Eventuell war hier auch der Eingang zur Kapelle.
Die Fundamenthöhe, so stellte man fest, lag 1,15 – 1,30 m unter dem damaligen Niveau bei der Ausgrabung. Das ursprüngliche Niveau lag bei 30 – 40 cm. Es ist also anzunehmen, dass sich im ganzen Gelände das Niveau angehoben hat, sodass ein Großteil der errichteten Umfassungsmauer zwar vorhanden aber darunter verschwunden ist. Die Begräbnisstätten rings um die Kapelle haben das Erdreich so durchwühlt, dass weitere Ausgrabungen sicherlich keine zusammenhängenden Ergebnisse bringen, es sei denn, dass man auf einer tieferen Ebene fündig wird.
Ob bei der Erbauung der Kapelle auch ein Heiligtum mit eingearbeitet wurde, ist möglich, steht aber nicht fest. Ob es sich hierbei vielleicht um den ausgegrabenen Stein mit dem eingeritzten Kreuz handeln könnte, wäre Spekulation.
Warum ist es eine Ruine und wo sind die fehlenden Steine?
Im Jahre 1755 wurde der Abbruch von der Kirchenbehörde genehmigt mit der Weisung, die Steine zur Wiederherstellung der Kirchhofmauer zu verwenden. Die Untersuchung der Steine der Mauer bei den Ausgrabungen 1937, die für die Klärung der Baugeschichte von Bedeutung hätten sein können, blieb ohne Erfolg.
Der südliche Bereich dieses Geländes dient der Gemeinde Unterhaun als Erinnerung zum Gedenken an die Opfer des 1. und 2. Weltkrieges. Hierzu wurden für die Opfer Denkmäler mit Namenstafel aufgestellt. Ebenso wird mit einem Gedenkstein dem in Brandenburg hinrichteten Widerstandkämpfer Georg Großcurth aus Unterhaun gedacht.
Es ist also eine historische Stätte geblieben, die bis in die heutige Zeit, ihre Symbolkraft nicht verloren hat.
Aber auch für viele ehemalige und heutige Jugendliche eine gewisse Atmosphäre und Anziehungspunkt darstellt, wovon mir meine Frau Sigrid berichtete. Oft ist man sich aber der jahrhundertealten Geschichte dieses Ortes nicht bewusst sind. Wovon umgeworfene oder zerbrochene Grabsteine zeugen.
Was mich auch erstaunte, dass vielen Unterhauner Bewohnern dieser Ort nicht bekannt ist oder bisher war.
Noch ein Wort zum Namen der Gemeinde Hauneck. Bei der Namensnennung für die Gemeinde Hauneck hatte man sich für den Namen Hauneck entschieden. Die Burg Hauneck ist bekanntlich in der Gemeinde Haunetal und ist eigentlich für die hiesige Namensgebung ohne Bedeutung. Der Name Kreuzberg, der damals auch im Gespräch war, wäre wohl der treffendere gewesen und für die Gemeinde Haunetal der Name Hauneck.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.
Über die Erhaltung und Pflege des Geländes wird Ihnen nun der Ortsvorsteher Hummel noch etwas zu erzählen haben.
 


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Bilderbogen Bilder Sportehrentag 2012

Bilder des Sportehrentages 2012 
in der  Bilderbogen-Galerie

Veranstaltungskalender

Sonntag, 2. Juli
14:00 Uhr- 20:00 Uhr
Link  Chorkonzert zwischen den Höfen

Sonntag, 9. Juli
Link  125 Jahre MGV Sieglos

Samstag, 29. Juli
Link  Sommerfest

Donnerstag, 3. August
bis Sonntag, 6. August Link  Ferienspiele Gemeinde Hauneck

Donnerstag, 3. August
bis Sonntag, 6. August Link  Kirmes Oberhaun

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